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über Elfen und fantastische Geschichten     

Gedichte

Die Elfen - Heinrich Heine
Der Erlkönig - Johann Wolfgang Goethe
Sommerabend - Sommernacht - 5. Die Elfe - Heinrich Seidel
Ellenlied (Elfenlied) - Eduard Mörike
Der Trauernde und die Elfen - Karoline von Günderode
 
 
   Die Elfen

Durch den Wald im Mondenscheine
sah ich jüngst die Elfen reiten;
ihre Hörner hört´ich klingen,
ihre Glöckchen hört´ich läuten 

Ihre weißen Rößlein trugen
güldnes Hirschgewei und flogen
rasch dahin wie wilde Schwäne
Kam es durch die Luft gezogen

Lächelnd nickt mir die Kön´gin,
lächelnd im Vorüberreiten.
Galt das meiner neuen Liebe,
oder soll es Tod bedeuten?

                        Heinrich Heine

 

 
 

Der Erlkönig 

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm.

Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?-
Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht ?
Den Erlkönig mit Kron' und Schweif ? -
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. -

"Du liebes Kind, komm geh mit mir !
Gar schöne Spiele spiele ich mit dir;
Manch' bunte Blumen sind an dem Strand;
Meine Mutter hat manch' gülden Gewand."

Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
Was Erlenkönig mir leise verspricht ? -
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind!
In dürren Blättern säuselt der Wind. -

"Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn ?
Meine Töchter sollen dich warten schön;
Meine Töchter führen den nächtlichen Rehn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein."

Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düsteren Ort ? -
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh' es genau;
Es scheinen die alten Weiden so grau. -

"Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt." -
Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leids getan! -

Dem Vater grauset's, er reitet geschwind,
Er hält in den Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Mühe und Not;
In seinen Armen das Kind war tot.

                     Johann Wolfgang Goethe

 

 

SOMMERABEND - SOMMERNACHT

5. DIE ELFE.

Nächtlich bei des Mondes Schimmer, 
Wenn der Wind schläft in den Wipfeln, 
Tanzt die wunderschöne Elfe 
Auf dem stillen, schilfumgebnen 
Wasserrosenteich im Walde. 
Nimmer dringt in diese Gründe 
Nur ein Hauch des Menschendaseins! 
Selbst der Glocke weithinhallend 
Klanggetöne stirbt versummend 
In dem weiten Meer der Wipfel. 
Und es steht der Wald im Lauschen 
Auf das eigne Schweigen lautlos. 
Und die wunderschöne Elfe 
Wiegt sich über stillem Wasser 
Wie ein schimmernd Duftgebilde, 
Dass das leuchtend helle Goldhaar 
Um die weissen Glieder wallet. 
Breitend ihre schönen Arme 
Schwebt sie ob dem dunklen Grunde, 
Wie ein lieblicher Gedanke 
Mondbeglänzter Einsamkeit. 

Gesammelte Gedichte von Heinrich Seidel


Ellenlied

Bei Nacht im Dorf der Waechter rief:
Elfe!
Ein ganz kleines Elfchen im Walde schlief -
Wohl um die Elfe! -
Und meint, es rief ihm aus dem Tal
Bei seinem Namen die Nachtigall,
Oder Silpelit haett ihm gerufen.
Reibt sich der Elf die Augen aus,
Begibt sich vor sein Schneckenhaus,
Und ist als wie ein trunken Mann,
Sein Schlaeflein war nicht voll getan,
Und humpelt also tippe tapp
Durchs Haselholz ins Tal hinab,
Schlupft an der Mauer hin so dicht,
Da sitzt der Gluehwurm, Licht an Licht.
"Was sind das helle Fensterlein?
Da drin wird eine Hochzeit sein:
Die Kleinen sitzen beim Mahle,
Und treibens in dem Saale.
Da guck ich wohl ein wenig 'nein!"
- Pfui, stoesst den Kopf an harten Stein!
Elfe, gelt, du hast genug?
Gukuk! Gukuk!

Eduard Mörike



Der Traurende und die Elfen

 Zum Grab der Trauten schleicht der Knabe,
 Ihm ist das Herz so bang und schwer;
 Da sinkt die dunkle Nacht hernieder
 Und bleiche Geister geh’n umher;
 Des Abends feuchte Nebel thauen,
 Der Nachtwind wühlt in seinem Haar,
 Das Alles wird er nicht gewahr.

 In Träumen ist er ganz verlohren,
 Er merket nicht der Stunden Gang;
 Da wekt ihn aus dem dumpfen Schlummer
 Musik und froher Chorgesang,
 Er blicket auf: und schaut den Reigen
 Der Elfen, deren munt’rer Tanz
 Sich schlingt um frischer Gräber Kranz.

 Und sieh! ihm naht der Elfen Schönste,
 Und spricht: »was trauerst du so sehr?
 Komm! ist dein Mädchen dir gestorben?
 Vergiß sie! komm zum Tanze her.
 Frei sind wir Elfen, ohne Sorgen,
 Leicht wie der Sinn ist unser Fuß,
 Und froh und leicht sind Lieb und Kuß.

 O zögre nicht! nur wenig Stunden
 So moderst du, nur kurze Zeit
 So welket Alles, was jetzt blühet,
 Drum komm! entsag dem schweren Leid’.« –
 Wild springt er auf zum raschen Tanze
 Und über seiner Braut Gebein
 Schlingt sich der lust’ge Elfenreihn.

 Er tanzt, vergisset die Geliebte,
 Leicht, wie der Elfen, wird sein Sinn
 Entbunden aller Erdensorgen
 Schwingt er sich über Wolken hin.
 Er sieht Geschlechter kommen, sterben,
 Kann Alles froh und lustig sehn
 Der Dinge Blühen und Vergehn.
 

  Karoline von Günderode 
 
 

Nachts tanzt im Walde mit Gesange
eine Elfe ihren Reigen,
auch wenn die Uhren ziemlich lange
Zwölfe schon anzeigen.

 

 

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